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Expertin: Anpassungs­stra­te­gie an den Klima­wandel gut und sinn­voll

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Der parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung hat am Mittwoch, 11. Dezember 2019, unter dem Vorsitz von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) die „deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ in einem öffentlichen Fachgespräch erörtert. Als Sachverständige standen Prof. Dr. Daniela Jacob vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material- und Küstenforschung, Direktorin des Climate Service Centers Germany (GERICS), sowie Prof. Dr.-Ing. Markus Schröder von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) zur Verfügung.

„Hitze und Dürre nehmen ebenso zu wie Starkregen“

Die von der Bundesregierung 2008 beschlossene „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ ist aus Sicht der Klimawissenschaftlerin Daniela Jacob „gut und sinnvoll“. Insbesondere im Bereich der interministeriellen Zusammenarbeit sei die Anpassungsstrategie „extrem wertvoll und gut funktionierend“, befand sie. Gestärkt werden müsse jedoch der „cross-sektorale Ansatz“ ebenso wie die Datentransparenz.

Was die internationale Klimaentwicklung angeht, so betonte Jacob, Hitze und Dürre würden ebenso zunehmen wie Starkregen. Derzeit befinde sich die Welt auf dem Weg zu einer Vier-Grad-Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts. Es müsse geschaut werden, „ob unsere Infrastruktur dafür ausgelegt ist“. Die Straßen sowie die Wasser- und Energienetze seien mit den Daten von vor 50 Jahren angelegt worden. Jetzt gebe es aber andere Variabilitäten.

„Regenmenge der Wirbelstürme hat sich erhöht“

„Das heißt, wir müssen uns auf das einstellen, was sich schon verändert hat und das bei der Erneuerung der Infrastruktur mitdenken“, sagte Jacob. Ansonsten werde die Infrastruktur künftig immer öfter ausfallen. Die Anpassung sei machbar „und billiger, als das Risiko in die Zukunft zu verschieben“, urteilte sie.

Jacob machte weiterhin deutlich, dass es keine Region in der Welt gebe, in der die extremen Wetterereignisse weniger geworden sind. Keine Aussage könne man dazu machen, ob sich die tropischen Wirbelstürme verändert hätten. Die Regenmenge, die diese mit sich brächten, habe sich aber erhöht. Festzustellen sei auch, dass extreme Wetterereignisse an einem Ort länger verblieben als früher.

„Die Zukunftsstädte werden wassersensibel sein“

Diese Einschätzung teilte auch Markus Schröder. Der verlangsamte Jetstream führe zu stehenden Wetterlagen und damit auch zu länger anhaltenden Dürreperioden oder Regenfällen. Während es Möglichkeiten gebe, durch städtebauliche Maßnahmen den Starkregen in Städten zu beherrschen, wie es in Holland gelinge, mache ihm die Dürre größere Sorgen, sagte Schröder. Städte würden durch Begrünung klimatisiert, sagte der Wasserexperte. Was es derzeit dort an Begrünung gibt, werde künftig nicht ausreichen, befand er.

„Wir müssen die Städte stärker als System verstehen“, lautete seine Forderung. Bislang liefen die fachlichen Planungen eher nebeneinander. „Wir Wasserwirtschaftler kommen dann meistens erst am Ende“, klagte er. Wasserwirtschaft müsse aber im Planungsprozess weiter nach vorne gerückt werden. „Die Zukunftsstädte werden wassersensibel sein“, zeigte sich Schröder überzeugt. (hau/11.12.2019)

Liste der geladenen Sachverständigen

  • Prof. Dr. Daniela Jacob, Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material- und Küstenforschung, Direktorin des Climate Service Centers Germany (GERICS)
  • Prof. Dr.-Ing. Markus Schröder, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) 

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