Direkt zum Hauptinhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen

Bildwortmarke: Deutscher Bundestag Deutscher Bundestag

Dokumente

Artikel

herunterladen

Dialog schließen

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer, bitte bestätigen Sie vor dem Download des gewünschten Videos, dass Sie unseren Nutzungsbedingungen zustimmen. Ohne die Zustimmung ist der Download des Videoclips leider nicht möglich.

einbetten

Dialog schließen

Fügen Sie den folgenden Code in HTML-Seiten ein, um den Player auf Ihrer Webseite zu verwenden. Es gelten die Nutzungsbedingungen des Deutschen Bundestages.

<script id="tv7526345" src="https://webtv.bundestag.de/player/macros/bttv/hls/player.js?content=7526345&phi=default"></script>

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Wismut GmbH ist von Donnerstag, 10. Juni, bis Freitag, 25. Juni 2021, eine Ausstellung in der Halle des Paul-Löbe-Hauses des Bundestages zu sehen. Seit 1991 arbeitet die Wismut GmbH im Auftrag der Bundesregierung an der Stilllegung und Sanierung ehemaliger Uranproduktionsstandorte in Sachsen und Thüringen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstagvormittag, 10. Juni 2021, nur online. Die Eröffnungsansprache von Bundestagsvizepräsident Dr. Hans-Peter Friedrich (CDU/CSU), die Grußworte des Zwickauer Bundestagsabgeordneten und Mitglieds im Haushaltsausschuss Carsten Körber (CDU/CSU) und des Aufsichtsratsvorsitzenden der Wismut GmbH Dr. Wolfgang Meißner sowie ein kurzer Rundgang durch die Ausstellung können am Donnerstagvormittag, 10. Juni, hier als Videoaufzeichnungen abgerufen werden. Ein Videobericht mit virtuellem Rundgang und Ausschnitten aus den Ansprachen vermittelt einen lebhaften Eindruck der Ausstellung.

Abtransport des letzten Urans aus Königstein

Fast geräuschlos endet in diesem Jahr, nach 75 Jahren, ein wichtiger Teil deutscher Geschichte, der während des Kalten Krieges begann und bis heute fortwirkt. Mit dem Abtransport des letzten Urans aus Königstein in Sachsen scheidet Deutschland aus der Liste der uranproduzierenden Staaten aus.

Die Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus in der DDR zu beseitigen war eine der größten ökologischen und technischen Herausforderungen im wiedervereinigten Deutschland. Heute ist die Wismut GmbH ein national wie international anerkanntes Umweltunternehmen. Die Kompetenzen, die aus den Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte resultieren, werden weltweit nachgefragt.

Größter Einzelproduzent von Urankonzentraten

Wegen ihrer Uranvorkommen rückten nach dem Zweiten Weltkrieg das Erzgebirge und Ostthüringen in den Mittelpunkt. Um den Rüstungsvorsprung der USA aufzuholen, forcierte die sowjetische Besatzungsmacht die Gewinnung von Uran in der Region. Bis 1953 wurden als Reparationsleistung ostdeutsche Uranvorkommen für das Atomprogramm der UdSSR ausgebeutet.

Das im Kalten Krieg gegründete Bergbauunternehmen Wismut entwickelte sich zwischen 1946 und 1990 zum größten Einzelproduzenten von Urankonzentraten weltweit. Den Preis bezahlten die Menschen vor Ort: mit zerstörten Landschaften, verschwundenen Ortschaften, massiven Verunreinigungen von Luft, Böden und Gewässern, mit Gesundheitsschäden, sozialen Verwerfungen und zurückbleibenden ökologischen Risiken.

Gefahren beseitigt, Risiken minimiert

Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm die Bundesrepublik die Verantwortung für die Hinterlassenschaften des ostdeutschen Uranerzbergbaus in all seinen ökologischen, finanziellen und sozialen Dimensionen. Seither stellt sich die Wismut GmbH der Aufgabe, die Wunden des Uranerzbergbaus zu heilen. Bisher hat der Deutsche Bundestag hierfür 6,8 Milliarden Euro an Bundesmitteln bereitgestellt. Mehr als eine Milliarde Tonnen an radioaktiven Rückständen wurden stabilisiert, Gefahren beseitigt, Risiken minimiert.

Neu entstandene Landschaften, besiedelt von seltenen Tier- und Pflanzenarten, künden vom gewaltigen Transformationsprozess. Die Aufgaben der Zukunft werden noch Generationen beschäftigen und erfordern den Einsatz materieller, personeller und finanzieller Ressourcen.

Der Umgang mit dem Erbe der Wismut

Die Ausstellung beleuchtet drei Jahrzehnte Arbeit an Europas größtem Umweltprojekt. Sie dokumentiert die zurückgelegte Wegstrecke, thematisiert die Zukunftsaufgaben und den Umgang mit dem Erbe der Wismut. Der Uranerzbergbau prägte nicht nur die Umwelt, sondern maßgeblich auch die Kultur und die Menschen der Region.

Diesen sozial und wirtschaftlich bedeutsamen Teil deutscher Geschichte will die Wismut GmbH angesichts zunehmend geringerer Sichtbarkeit seiner Folgen den nachfolgenden Generationen vermitteln und das vorhandene Wissen erhalten.

Wismut-Kunstsammlung mit über 4.000 Werken

Ein wichtiger Teil des Wismut-Erbes ist die Wismut-Kunstsammlung, eine der größten Unternehmenskunstsammlungen der Bundesrepublik. Sie umfasst über 4.000 Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik und Plastik.

Die Bergbau-Landschaften, Untertage-Szenen und Porträts haben einen regionalen Bezug zur sächsisch-thüringischen Industriegeschichte und sind Zeitdokumente der Lebensumstände der Menschen im ehemaligen Uranerzbergbau. Einen Eindruck vermittelt eine Auswahl von Gemälde und Grafiken, die als Teil der Ausstellung im Westgraben des Paul-Löbe-Hauses gezeigt werden.

Hinweise für Besucherinnen und Besucher

Die Ausstellung kann unter Beachtung der geltenden pandemiebedingten Besuchseinschränkungen und nach vorheriger Anmeldung montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr im Paul-Löbe-Haus (Eingang West gegenüber dem Bundeskanzleramt), Konrad-Adenauer-Straße 1 in Berlin-Mitte, besichtigt werden. Anmeldungen sind ab Mittwoch, 9. Juni 2021, telefonisch, per E-Mail und online möglich.

In den Gebäuden des Bundestages muss eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden. Ein aktuelles negatives Coronavirus-Testergebnis muss derzeit nicht nachgewiesen werden. Zur schnellen Kontaktverfolgung möglicher Covid-19-Infektionsketten werden die Kontaktdaten aller Besucherinnen und Besucher erfasst. (vom/07.06.2021)

Marginalspalte