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Dambisa aus Südafrika stellt Jugend­liche in den Mittel­punkt ihrer Arbeit

Eine junge Frau lächelt in die Kamera.

Dambisa Dube (29) hat Politikwissenschaft, Sprache und Kommunikation in Kapstadt studiert.

© Dambisa Dube/ Mart Marie Serfontein

Dambisa Dube kommt aus Südafrika. Die 29-Jährige hat Politikwissenschaft, Sprache und Kommunikation in Kapstadt studiert. Im Januar 2021 nahm sie am ersten IPS-Sonderprogramm für die afrikanischen Staaten südlich der Sahara teil, das digital stattfand.

Welche Beziehung haben Sie zu Deutschland? Warum haben Sie die deutsche Sprache gelernt?

Die Tatsache, dass ich einen großen Teil meiner Kindheit in Heilbronn verbracht habe, hat meinen Blick auf die Welt in hohem Maße geprägt. Es war immer klar, dass ein großer Teil meiner Identität in meiner Kultur und meinem Bedürfnis nach Gemeinschaft verwurzelt ist. Genau das hat mein Interesse an der Politik geweckt. Ich wollte keine Politikerin werden, aber ich erkannte, wie wichtig es ist, Systeme zu verstehen und zu wissen, wie Länder geführt werden und was die Beweggründe von Machthabern sind. Das erweiterte meine Perspektive, um sinnvolle Veränderungen herbeiführen zu können. Nach meinem Studium der Politikwissenschaften in Kapstadt habe ich zufällig meinen Weg in die Entwicklungsarbeit gefunden und arbeite jetzt als Beraterin für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), spezialisiert auf Jugendentwicklung und -engagement mit Fokus auf Gewalt- und Kriminalitätsprävention. Man könnte sagen, dass mich meine Verbundenheit zu Deutschland, gepaart mit dem Wunsch, der Gesellschaft hier in Südafrika etwas zurückzugeben, sehr stark geprägt hat. Ich habe auch erkannt, wie wichtig es ist, politische Beziehungen und Verbindungen zu Deutschland zu pflegen und wie dies der weiteren Entwicklung in meinem eigenen Land zugutekommen kann.

Inwiefern engagieren Sie sich in Ihrer Heimat sozial oder zivilgesellschaftlich?

Ich habe mich schon immer sehr stark nicht nur in der Freiwilligenarbeit engagiert, sondern auch bei der Koordinierung und Ausbildung neuer Freiwilliger und habe sehr eng mit Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft zusammengearbeitet. Ich bin auch Teil vieler gemeinschaftsbasierter Initiativen, die darauf abzielen, junge Menschen und marginalisierte Gruppen in den Mittelpunkt demokratischer Prozesse zu stellen. Ich würde mich auf jeden Fall gern mehr zivilgesellschaftlich in meinem Land einbringen, aber ich kämpfe oft damit, meinen Platz in der Politik zu finden.

Warum haben Sie sich für das IPS-Programm beworben?

Ich wurde ermutigt, mich zu bewerben, weil ich die Themen Regierungsführung und Politik in meiner praktischen Tätigkeit in der Entwicklungsarbeit vermisst habe. Zudem wollte ich eine Möglichkeit haben, mein Verständnis von der deutschen Politik zu vertiefen. Nun bin ich besser in der Lage, in meinem Land etwas zu bewirken, indem ich strategische politische Beziehungen in Deutschland und Afrika pflege. Meine Rolle als Vorsitzende des IPS-Alumni-Vereins gibt mir auch die Möglichkeit, mein Wissen und meine Führungsqualitäten weiter auszubauen

Was hat Sie am Programm des Internationalen Parlamentsstipendiums am meisten überrascht oder beeindruckt?

Das Programm war ansprechend, informativ und kritisch. Ich schätze es sehr, dass das Programm unsere Interessen wirklich integriert und eine kritische Reflexion ermöglicht hat. Ich schätzte den offenen Umgang auch mit schwierigen und unbequemen Themen – das hat mich wirklich auf bemerkenswerte Weise beeinflusst. Wirklich überrascht hat mich, vor welch ähnlichen Herausforderungen Deutschland und Südafrika stehen und wie wertvoll es ist, voneinander zu lernen.

Welche Vorstellungen haben Sie von Ihrer beruflichen Zukunft

Mit Faszination beobachte ich die Vielfältigkeit der unterschiedlichen Dimensionen und Prozesse, die eine Zivilgesellschaft mit sich trägt und prägt. Oftmals sind es junge Menschen und Jugendliche, die entwicklungspolitische Prozesse ändern und steuern können – sofern sie eine Plattform dafür haben. Ich möchte mich weiterhin für junge Menschen einsetzen und sie ermutigen, ihren Platz in der Politik zu finden. Mit den gewonnenen Erfahrungen möchte ich meine Fähigkeiten als Entwicklungsberaterin mit Schwerpunkt Jugendentwicklung weiter ausbauen, da hier meine Interessen und mein Fachwissen am größten sind. Darüber hinaus möchte ich meine Erfahrungen im internationalen Kontext erweitern, insbesondere im Kontext der deutsch-südafrikanischen Beziehungen. Ich glaube, dass ich mich hier besonders mit meinen Erfahrungen im afrikanischen Raum im Allgemeinen und im südlichen Afrika im Besonderen einbringen kann. Damit und durch das Wissen, das ich durch das Internationale Parlaments-Stipendium über den deutschen politischen Kontext erworben und vertieft habe, bin ich gut geeignet, um eine Rolle in den Beziehungen zwischen Deutschland und Afrika einzunehmen und dabei junge Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Vielleicht finde ich sogar meinen Weg in die Diplomatie und möglicherweise in die Außenpolitik. (oel/01.12.2021)

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