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„...als wäre Emma schon immer da gewesen!“

© privat

Was hat Sie bewogen, einen PPP-Stipendiaten als Gastkind aufzunehmen?

Als im Frühsommer 2018 eine Mitarbeiterin von Experiment e.V. bei uns anrief und mit der Idee konfrontierte, Gastfamilie zu werden, wusste man bei Experiment nicht, dass wir gerade ein halbes Jahr vorher unser erstes Jahr als Gastfamilie hinter uns gebracht hatten. Noch einmal wollten wir nicht Gastfamilie sein, denn mit unserem japanischen Gastkind war es wegen der gänzlich unterschiedlichen Kulturen sehr anstrengend gewesen. Die Mitarbeiterin hatte ein offenes Ohr und hörte aus meiner ersten Ablehnung eine mögliche Bereitschaft. Nicht unberechtigt, denn sonst wäre Emma nicht bei uns gelandet. Sie klärte mich über den Unterschied eines „normalen“ Auslandjahres und dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm auf. Das klang spannend für mich und den Rest der Familie. Was aber ganz klar war: Wenn wir uns noch mal auf das Abenteuer Gastkind einlassen würden, dann müsste es jemand sein, der wirklich zu uns passt. Der erste Vorschlag, ein Junge im Alter unseres jüngeren Sohns Julian,  wurde lange diskutiert. Wobei die Diskussion in erster Linie darum ging, ob wir noch einmal jemanden aufnehmen wollten. Der Junge selbst schien prima in unser „Familienprofil“ zu passen. Wir überlegten zu lange, denn er war schon vergeben, als wir zusagen wollten. „Ein Mädchen wollen Sie ja nicht, denn da hätte ich jemanden, der perfekt wäre“, sagte die Experiment-Mitarbeiterin. An ein Mädchen hatten wir gar nicht gedacht. „Ja, geht denn das? – Geben Sie Mädchen an Familien mit Jungen?“ Das tut Experiment tatsächlich und wir erhielten Emmas Profil. Nach dem ersten Lesen waren wir uns einig: Die passt. Wenn überhaupt: Wären wir gut genug für sie?

Warum nimmt man einen Jugendlichen aus den USA für ein Jahr auf – ehrenamtlich, ohne dafür finanzielle Unterstützung zu bekommen? Ich glaube, wir sind und waren neugierig auf Neues. Wir haben gern Leben im Haus und sind gern mit Menschen zusammen. Es macht Spaß, einen weiteren jungen Menschen im Haus zu haben, der in Deutschland ganz neue, eigenen Erfahrungen macht. Ja, es ist manchmal anstrengend. Und ja, man könnte stattdessen auch in den Urlaub fahren, denn die Ausflüge, die wir das Jahr über gemacht haben, summieren sich. Aber es macht auch jede Menge Spaß, Gastfamilie zu sein.

Was waren Ihre Erwartungen an Ihren Gast?

Wenn man einen Jugendlichen aus den USA aufnimmt, wenn man überhaupt einen fremden jungen Menschen in eine Familie aufnimmt, verbindet man das vermutlich mit der einen oder anderen Erwartung, mehr noch aber mit Wünschen und Hoffnungen. Von einem Gastkind erwarteten wir eine gewisse und grundsätzliche Eigenverantwortung. Und sicherlich auch Integrationswillen. Aber was sonst kann man erwarten? Dafür hatten wir verschiedene Hoffnungen und Wünsche. Ein Wunsch zum Beispiel war, dass aus dem Gast ein Familienmitglied werden könnte. Wir hofften, dass unser PPP-Gastkind an Deutschland interessiert wäre, dass es Freude daran hätte, etwas mit uns gemeinsam zu unternehmen. Wir hofften auch, dass das Gastkind Deutsch lernen würde. Natürlich gibt es in Deutschland sehr viele Menschen, die Englisch sprechen. Trotzdem ist es schön, wenn man weiß, dass das Gastkind sich in allen Situationen verständigen kann. Ich weiß nicht, ob das ganz schön viel oder ganz schön wenig ist.

Doch was soll ich sagen? Unsere Hoffnungen und Wünsche wurden im Grunde übertroffen. Vom ersten Tag an war es, als wäre Emma schon immer da gewesen. Hier und da mussten wir uns „einruckeln“, denn auch wenn wir als Europäer und Amerikaner nicht so ganz weit auseinander sind: An manche Dinge wagen wir uns doch ganz unterschiedlich heran, manches wird in den beiden Ländern komplett anders gehandhabt. Aber: Schon wenn man Freunde der Kinder für ein paar Tage beherbergt, stellt man normalerweise fest, dass in anderen Familien andere Regeln gelten. Anders ist das auch nicht mit einem PPP-Gastkind.

Wie war der erste Tag mit Ihrem Gastkind?

Der 1. September war ein Samstag. Um 10.00 Uhr sollten wir in Bad Laasphe sein. Dort würden wir an einem Gastfamilienseminar teilnehmen, das bis 13.00 Uhr dauern sollte. Zurückblickend betrachtet, war das Seminar spannend und informativ. Wir wurden ausgiebig informiert und fühlten uns in guten Händen. Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Es gab Infos über die Verteilung der Gastschülerinnen und -schüler über ganz Deutschland. Schade war es eigentlich, dass es im Lauf des Jahres keine Familientreffen gab. Es wäre bestimmt spannend gewesen. Der erste Tag mit Emma fing für uns bereits mit unserer Ankunft in Bad Laasphe an. Wir hatten uns sofort gegenseitig erkannt und fielen uns in die Arme. „Die ist ja total nett“ – das war die einhellige Meinung. Kurzfristig mussten wir uns für das Gastfamilienseminar trennen, doch ab dem Mittagessen waren wir dann für ein Jahr zu fünft. Von Bad Laasphe nach Fuldabrück, unserem Wohnort, beträgt die Fahrzeit eine gute Stunde. Ein bisschen hatten wir natürlich alle Angst vor einem ungemütlichen Schweigen, doch das kam nicht auf. Von Anfang an hatten wir einen Draht zueinander. Wir hatten für Emma schon im Vorfeld eine Simkarte für ihr Handy besorgt und nach Bad Laasphe geschickt. So hatten wir schon vorher Kontakt haben können. Emma war über vieles schon informiert, bevor sie kam. So wusste sie, dass abends ein Straßenfest stattfand, an dem sie gern teilhaben wollte. Auf dem zweiten Teil des Weges schlief Emma, die uns kurz vorher versichert hatte, im Auto könne sie nie schlafen, fest ein. Jonathan wollte wissen, ob er abends schon Emma zu seinen Freunden mitnehmen könne. Das musste Emma selbst entscheiden, als sie wach war. Sie stimmte dem Plan freudig zu. Zu Hause gab es also eine Hausbesichtigung inklusive Vorstellung unserer Hundedame Lilly, wir gingen gemeinsam auf dem Straßenfest essen. Daran nahmen neben meinen Eltern, die Emma auch gleich am ersten Tag kennenlernten, Jonathans Freundinnen und Freunde  teil. Anschließend fuhr Emma mit der Jugend in die Stadt. Es war insgesamt ein Gefühl von „Das passt“. Emma war so aufgeschlossen und freundlich, sodass wir alle ein gutes Gefühl hatten, was das gemeinsame Jahr betraf.

Was war bisher Ihr schönstes Erlebnis mit Ihrem Gastkind?

Emma war 288 Tage bei uns. Schon allein die Zahl lässt mich die Luft anhalten. Wie soll ich da sagen, was am schönsten war? Wir hatten eine so wunderbare Zeit miteinander, da lassen sich einzelne Erlebnisse ganz schlecht herausfiltern. Weihnachten war toll und die vielen Weihnachtsmarktbesuche. Das Wochenende im Markgrafenbau war grandios. Wir hatten so viel Spaß miteinander dort. Die Stadttour in Tübingen war klasse und ganz besonders wird mir die gemeinsame Nacht im Familienzimmer in der Jugendherberge im Kopf bleiben. Was haben wir gelacht.

Die Woche in Bayern in den Herbstferien war so schön, da hat jeder einzelne Moment Freude bereitet. Und dann erst der Tag in Salzburg, als wir Mozarts Geburtshaus besuchten. Emma kannte Salzburg aus dem Film The Sound of Music und war berührt davon, die Stadt endlich zu sehen. Oder Emmas spontane Teilnahme an der Marathon-Staffel. Sie war untrainiert, ist immer gespurtet, soweit es ging, um sich dann gehend auszuruhen. Ohne sie hätten Valentin, Jonathan und Jonas nicht starten können.

So viele schöne Orte und Dinge, die wir gemeinsam gesehen haben. Nicht zu vergessen unsere Spaziergänge an der Fulda entlang. Immer wieder gemeinsame Gespräche. Die Freude darüber, wenn Emma am Samstagabend früh von Freunden nach Hause kam, um abends mit ihrer Familie zusammen zu sein.

Emma hatte sich vorgenommen, dieses Jahr in Deutschland zu ihrem YES-Year zu machen. Durch diese positive Einstellung waren positive Erlebnisse einfach vorprogrammiert. Bei uns war es so lustig, wir haben sogar im Mai Rockin around the Christmas Tree gesungen!

Haben Sie davon profitiert, Gastfamilie zu sein?

Ich kann gar nicht beschreiben, auf welch vielfältige Arten man davon profitiert, ein Gastkind in den USA aufzunehmen. Die PPP-Jugendlichen sind vermutlich per se politisch interessiert. Es gibt so vieles, was anders ist bei uns, so dass wir gar nicht umhin kamen, häufig zu diskutieren. Körperliche Gewalt gegen Kinder? Geht gar nicht, befanden die deutschen Jungs. Kommt auf den Zusammenhang an, sagte die Amerikanerin. Sie redeten sich die Köpfe heiß, über Erziehung, Energiepolitik, über Kanzlerinnen und Präsidenten, über Außenpolitik und den Nahostkonflikt. Über den Zweiten Weltkrieg, über Konzentrationslager. Und manchmal auch über Sprichwörter. Was auf Deutsch „Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ heißt, wird auf Englisch „zwei Vögel mit einem Stein treffen“. Was hatten wir für eine lebhafte Diskussion, als Emma eine Rechtfertigung begann und Julian meinte, dass eine Vögel erschlagende Gesellschaft schon ziemlich aggressiv sein müsse.

Wir haben viel durch Emmas Augen gesehen. Manchmal auch uns selbst. Wir haben über Familienstrukturen gesprochen und wie das deutsche Bildungssystem funktioniert. Zu selten machen wir uns bewusst, dass unsere Jugendlichen nichts bezahlen müssen, wenn sie studieren. Wie anders ist das in den USA!

Wir haben viel mehr gemeinsam unternommen. Punkt. Das ist eine ganz wichtige Feststellung. Wir haben Ausflüge in die nähere und fernere Umgebung gemacht. Wir haben lokale und regionale Sehenswürdigkeiten besucht, andere Städte, Museen, Galerien, Fußballstadien, Restaurants. Wir haben die Vielfältigkeit Deutschlands (wieder-) entdeckt. Solche Dinge macht man nur, wenn ein Gast da ist, der das noch nicht kennt. Wichtig ist aber auch: Man braucht dazu einen Gast, dem das auch Spaß macht. Man muss einen guten Ausgleich haben zwischen Programm und Relaxen. Aber selbst das Familienleben hat sich dadurch verändert, dass wir ein Mädchen im Haus hatten.

Welche Pflichten haben Sie als Gastfamilie?

Die Pflichten sind genau die, die man auch den eigenen Kindern gegenüber hat. Im Grunde. Wir kümmerten uns um das physische und psychische Wohl unseres Gastkindes. Das gehört dazu. Wir haben an vielen Stellen Hilfestellung geleistet, etwa, wenn es darum ging, welche Fächer Emma in der Schule belegen sollte. Wir haben uns um das Schülerticket gekümmert.

Ansonsten kann man sagen, dass man als Gastfamilie einen Raum im Haus und im Herzen zur Verfügung stellt. Es kommen junge Menschen, die zum ersten Mal lang von zu Hause weg sind. Wir sehen es gerade daran, dass Emmas Schwestern nun auch am Parlamentarischen Patenschafts-Programm teilnimmt. Sie wartet derzeit noch auf eine Gastfamilie und ist ein wenig aufgeregt. Das ist nur natürlich. Als Gastfamilie muss man sich immer wieder zu Gemüte führen, dass diese jungen Menschen sich freuen, aufgenommen zu werden. Und auch, dass sie immer ein wenig unsicher sind, auch wenn man es manchmal nicht merkt. Man muss sie ein wenig an die Hand nehmen und ihnen zeigen, wie bei uns Gesellschaft und Kultur funktionieren. Deutschland ist nicht Oktoberfest. Und das Gastjahr hat viel Alltagsleben, das den Gastkindern anfangs zumindest noch sehr fremd ist. Hier kann man als Gastfamilie sehr unterstützen. Ein Zimmer und Nahrung – auch das gehört zu den Pflichten der Gastfamilien. Und natürlich auch das: Als Familie für das Gastkind da sein. Schwierig fanden wir den Umgang im finanziellen Bereich. Da ist jemand Familienmitglied und sollte selbst bezahlen für Ausflüge? Auf der anderen Seite schlagen gerade die finanziell zu Buche und machen das Jahr mit dem Gastkind schon ein wenig teuer. Darum sollte man zu Beginn gleich offen auch über die Finanzen sprechen.

Gut, dass unsere Austauschorganisation, Experiment e.V., uns schon vor Beginn des Gastjahres ein informatives Handbuch zur Verfügung gestellt hatte. Darin war alles enthalten, was hilfreich war.

Welche Tipps haben Sie für zukünftige Gastfamilien?

Ich glaube, es gibt mehrere wichtige Faktoren, damit das Jahr als Gastfamilie erfolgreich werden kann. Zuallererst sollte man den Gastfamilienfragebogen ehrlich ausfüllen. Wenn man am Wochenende gern spät aufsteht und entsprechend spät frühstückt, sollte man nicht eintragen, dass man das Frühstück gern gemeinsam früh zu sich nimmt. Bekommt man dann einen fröhlichen Frühaufsteher, ist das Verhältnis gleich leicht gestört… Man sollte nur eintragen, was und wie man wirklich ist. Alles andere ist wenig hilfreich für die Austauschorganisation.

Wenn man Gastfamilie werden möchte, bekommt man irgendwann Profile junger Menschen vorgelegt und muss aussuchen (wenn man nicht die Organisation aussuchen lässt). Am besten entscheidet man sich für jemanden, mit dem man möglichst viele Gemeinsamkeiten hat. Das macht das Zusammenleben und die Freizeitplanung einfacher.

Am allerwichtigsten ist die Kommunikation. Man sollte über alles reden, am besten schon in den ersten Tagen. Die täglichen Routinen sollten bekannt sein Wenn man nicht darüber redet, ergeben sich Probleme. Und kleine Reibungspunkte entstehen sowieso im Zusammenleben. Reden hilft. Wenn man über eine Kleinigkeit nicht spricht, wächst sie und wird vielleicht zum großen Problem. Das kann man vermeiden. Man sollte auch die Kommunikation thematisieren. Deutsche wirken auf Ausländer sowieso unglaublich direkt. Also erklärt man, dass man nichts Böses will, sondern dass in Deutschland alle so sind. Unser Gastkind kam aus den Südstaaten, wo man sehr höflich und sehr indirekt ist.

Was den Gastkindern und der Beziehung sehr hilft: Schon früh den Kontakt suchen. Die PPPlerinnen und PPPler haben ein vierwöchiges Sprachcamp, bevor sie zu den Familien kommen. In dieser Zeit hatten wir bereits guten Kontakt zu Emma. Sie war schon Mitglied der Familien-Whatsappgruppe, wir tauschten uns aus, schickten Fotos und knüpften Kontakt. Später erzählte sie, sie sei unter ihren Freunden die einzige gewesen, die schon wusste, was auf sie zukam. Natürlich war sie auch aufgeregt, uns kennenzulernen. Angst hatte sie aber keine, denn ein bisschen kannte sie uns schon.

Eine kleine Willkommenskiste fanden wir sehr hilfreich. Darin befanden sich der Hausschlüssel, das Schülerhessenticket, die Schulkarte, ein Buch über Kassel, ein Schlüsselanhänger und ein paar Süßigkeiten.

Was ich ganz wichtig finde, wenn man sich mit dem Gedanken beschäftigt, ein Gastkind aufzunehmen, ist das Gastfamilienhandbuch von Janina Gatzky. Darin stehen so unglaublich viele gute Tipps. Ich wünschte, wir hätten es bei unserem ersten Gastkind schon gehabt – wir hätten vieles besser gemacht.

Was hat Sie am meisten überrascht in der Zeit mit Ihrem Gastkind aus den USA?

Am allermeisten hat uns vermutlich überrascht, wie einfach der Zugang zu Emma war. Wie einfach es war, dass aus einer Fremden ein Familienmitglied wurde. Mit einem Gastkind erlebt man ständig Überraschungen. Die US-amerikanische Kultur ist anders als das, woran wir gewöhnt sind. So viele Dinge sind einfach komplett verschieden. Von manchen weiß man, manch andere kommen überraschend. Gerade für die „Kinder“ gab es öfters Aha-Momente. Unsere Jungs haben festgestellt, dass amerikanische Eltern strenger sind als deutsche. Außerdem fanden sie manche Verhaltensweisen ganz erstaunlich. Dann ging es in Diskussionen schon mal hoch her. It is not good – it is not bad – it is just different. Das ist ein Motto von Experiment e.V., das immer wieder Anwendung fand. Nicht so schnell urteilen – das haben wir uns häufig bewusst gemacht und manchmal bewusst machen müssen. Auch wenn uns Amerikaner*innen äußerlich sehr ähnlich sind, die Kulturen sind deutlich verschieden. Dadurch sind aber Überraschungen im Grunde vorprogrammiert. So vieles ist in Deutschland erlaubt, was in den USA verboten ist. Und umgekehrt.

Doch all das lange Schreiben ändert nichts: Die größte Überraschung war, wie schnell aus Emma unser Kind wurde. Vielleicht hatten beide Familien gut vorgearbeitet, vielleicht hat es daran gelegen, dass wir viel geschrieben und gechattet, gewhatsappt und gesnappchattet haben, vielleicht lag es daran, dass Emma sich für ein Yes-Year entschieden hatte.

PS

Die lustigste Überraschung, der beste German Fail, passierte zu Pfingsten. Emma hatte sich in Kassel verabredet und stieg in den Bus. Sie hatte gehört, dass die Passagiere vor ihr den Busfahrer anders begrüßt hatten als gewöhnlich. Als sie an der Reihe war, spitzte sie die Ohren, konnte aber nicht deuten, was der Mann sagte. Also antwortete sie mit den gleichen Worten. Später schrieb sie mir per Whatsapp „Was heißt “woah Pfingsten?„ Der Busfahrer hat das zu mir gesagt.“ Ich kann mich noch immer vor Lachen kringeln. Nicht, weil Emma einen „Fehler“ gemacht hätte. Wenn jemand nach Deutschland kommt, ohne je die Sprache gelernt zu haben, dann dürfen Fehler passieren. Aber ich hätte zu gern das Gesicht des Busfahrers gesehen, als Emma ihn mit „Woah Pfingsten“ begrüßte.

Darum: Woah Pfingsten allerseits!

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