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„Wir hätten nie gedacht, dass die Bindung zwischen uns so stark werden kann.“

© privat

Was hat Sie bewogen, einen PPP-Stipendiaten als Gastkind aufzunehmen?

Wir reisen sehr gerne, um andere Kulturen kennen zu lernen. Unsere Tochter hatte schon immer großes Interesse an den USA und dem Leben dort. Deshalb haben wir beschlossen, einem Kind aus diesem Land die Möglichkeit zu geben auch unserer Kultur und Lebensweise kennen zu lernen.

Was waren Ihre Erwartungen an Ihren Gast?

Wir haben versucht, ohne große Erwartungen in dieses „Abenteuer“ zu gehen und uns überraschen zu lassen, natürlich in der Hoffnung, dass es keine allzu großen Schwierigkeiten gibt. Dass es letztendlich eine so tolle Zeit wird, hätten wir uns am Anfang nicht träumen lassen.

Was war bisher Ihr schönstes Erlebnis mit Ihrem Gastkind?

Aufgrund der vielen schönen Erlebnisse ist es uns leider nicht möglich „ein Schönstes“ auszuwählen.

Haben Sie davon profitiert, Gastfamilie zu sein?

Auf jeden Fall! Es war eine wunderbare Zeit als Gastfamilie. Wir sind weltoffener und verständnisvoller geworden. Wir haben viel Neues gelernt, und wir haben plötzlich angefangen Dinge, die in unserem Alltag normal sind, zu hinterfragen und neu darüber nach zu denken.

Welche Pflichten haben Sie als Gastfamilie?

Man muss sich vorher darüber im Klaren sein, dass ein weiteres Mitglied in die Familie kommt. Es braucht genauso viel Zeit, Hilfe und Zuwendung wie das eigene Kind, manchmal sogar mehr. Es müssen viele organisatorische Punkte geklärt werden, sei es in der Schule, bei den Ämtern oder beim Organisieren von Hobbys.

Wie war der erste Tag mit Ihrem Gastkind?

Die Nacht zuvor konnten wir vor Aufregung kaum schlafen. Wir hatten zwar die Wochen vorher bereits Kontakt per E-Mail, waren aber noch etwas unsicher, was alles auf uns zu kommen wird. Diese Unsicherheit ist allerdings schnell verflogen, als sie dann schließlich vor uns stand. Da unser Gastkind zu diesem Zeitpunkt noch kein Deutsch konnte, haben wir versucht, ihr unser zu Hause auf Englisch zu erklären. Sie war zu Beginn noch etwas schüchtern, aber sehr interessiert an allem. Aus anfänglichen Missverständnissen heraus hatten wir viel zu lachen.

Welche Tipps haben Sie für zukünftige Gastfamilien?

Haben Sie Geduld mit dem Gastkind. Haben Sie immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme des Kindes. Reden Sie in Ruhe mit dem Gastkind, denn die meisten Probleme entstehen aus Missverständnissen heraus. Das Kind ist hier, um Deutschland kennen zu lernen. Unternehmen Sie viel gemeinsam und zeigen dem Gastkind unser schönes Land.

Was hat Sie am meisten überrascht in der Zeit mit Ihrem Gastkind aus den USA?

Es ist für uns unglaublich schön gewesen, wie sich unser Gastkind in diesem einen Jahr entwickelt hat. Es ist so viel mutiger, weltoffener und selbstständiger geworden. Es hat gelernt, viele Dinge zu hinterfragen und nach neuen Antworten zu suchen. Wir hätten nie gedacht, dass die Bindung zwischen uns so stark werden kann. Wir haben unser Gastkind sehr in unser Herz geschlossen, und man kann eigentlich nicht mehr von einem „Gastkind“ sprechen, denn es gehört inzwischen zur Familie.

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