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Artikel

31. Januar 2019

Rede von Dr. Wolfgang Schäuble zur Gedenkstunde des Deutschen Bundestages aus Anlass des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Präsident Dr. Wolfgang Schäuble:

Herr Bundespräsident! Frau Büdenbender! Frau Bundeskanzler! Herr Präsident des Bundesrats! Herr Präsident des Bundesverfassungsgerichts! Verehrter Herr Professor Friedländer! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Exzellenzen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Name eines Menschen ist Teil seines Ichs. Auch Ausdruck seiner Zugehörigkeit: zu einer Familie, einer Gemeinschaft. Die Täter riefen in den Konzentrationslagern die Häftlinge mit Nummern. Ihre Namen sollten getilgt werden. Und damit ihr Menschsein - als Voraussetzung für den millionenfachen Mord. Der einzelne Mensch zählte nichts.

Sie, verehrter lieber Herr Friedländer, wurden als Pavel in Prag geboren. Man rief Sie in Frankreich Paul - und als Sie nach Israel kamen, nahmen Sie zunächst den Namen Shaul, später dann Saul an. In der scheinbar oberflächlichen Namensänderung werden Brüche Ihrer Biografie deutlich, spiegelt sich eine Geschichte, die - wie Sie sagen - Ihre Heimat, Ihre Identität als nichtreligiöser Jude, Ihr - im Wortsinne - Lebensthema wurde: die Entrechtung, Verfolgung, Vernichtung der europäischen Juden.

Es ehrt uns sehr, Herr Professor Friedländer, dass Sie unsere Einladung angenommen haben.

(Beifall)

Wir wissen, wie lange es dauerte, bis Sie wieder Vertrautheit mit Deutschland entwickeln konnten. Umso dankbarer sind wir Ihnen, dass Sie heute zu uns sprechen werden - als Überlebender und als herausragender Wissenschaftler, der unser Verständnis vom Holocaust immens erweitert und vertieft hat.

Vor 70 Jahren stellten die Mütter und Väter des Grundgesetzes die Würde des Menschen vor alles andere. Sie erklärten, diese zu achten und zu schützen, zur Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Nicht die Volksgemeinschaft ist der Referenzrahmen unserer Verfassung, sondern das Individuum, der einzelne Mensch mit seiner Würde. Und so beschreibt Artikel 1 unseres Grundgesetzes nicht einfach eine Realität, sondern dieser ist im Gegenteil die Antwort auf die Erfahrung, dass die Würde des Menschen millionenfach verletzt, geschändet wurde.

Man findet den Begriff „Holocaust“ im Grundgesetz nicht, aber das von Deutschen begangene Menschheitsverbrechen hallt in dieser Verfassung unüberhörbar nach: in den Grundrechten, die das Individuum vor staatlicher Willkür schützen, im rechtlichen Fundament einer wehrhaften Demokratie - um nicht zuzulassen, dass noch einmal demokratische Freiheiten für die Zerstörung der freiheitlichen Demokratie missbraucht werden.

Keine Nation kann sich ihre Geschichte aussuchen oder sie abstreifen. Geschichte ist die Voraussetzung der Gegenwart - und der Umgang mit ihr ist die Grundlage der Zukunft jedes Landes. Aus der deutschen Schuld erwächst unsere Verantwortung, nicht vergessen zu dürfen. Um die Menschen zu ehren, die ihr Leben verloren haben, um ihnen ihre Würde zurückzugeben. Um unserer selbst willen. Erinnerungskultur ist deshalb auch nicht allein Sache der Zivilgesellschaft, sondern sie gehört mit zu den staatlichen Aufgaben. Und wer daran rütteln wollte, legt Hand an die Grundfesten dieser Republik.

(Beifall)

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Wir gedenken heute der Menschen, die dort und an den anderen Orten des von Deutschen europaweit geführten Vernichtungskrieges ermordet wurden. Der Millionen, die öffentlich erniedrigt, diffamiert und entrechtet wurden, beraubt, seelisch und physisch gequält, die verfolgt, aus ihrer Heimat vertrieben - ermordet wurden:

Der europäischen Juden, der Sinti und Roma, der slawischen Völker, der Opfer staatlicher Euthanasie, der Homosexuellen, der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, der dem Hungertod ausgelieferten Kriegsgefangenen und all der anderen Menschen, die wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer politischen Überzeugungen Verfolgung erlitten.

Wir erinnern an die Davongekommenen, die als Einzige aus ihren Familien überlebten und oft daran zerbrochen sind.

Wir denken auch an die Nachkommen der Ermordeten und Überlebenden, die bis heute vielfach mit den Traumata der Vergangenheit konfrontiert sind.

Wir ehren alle, die sich dem Terror widersetzten, die Menschenleben retteten - und die für ihren Mut und Anstand staatlicher Willkür und Verfolgung ausgesetzt waren.

Wir verneigen uns vor dem Schicksal jedes Einzelnen.

Leo Baeck hat einmal geschrieben: „Du sollst ein Mitmensch, ein Mensch mit den Menschen sein“. Dem jüdischen Gelehrten war die Achtung dem anderen gegenüber nicht bloß ein Gebot unter Geboten, sondern der ganze Inhalt der Sittlichkeit.

Mit-Menschlichkeit: Daran hat es gefehlt, als Juden zu „Nicht-Menschen“ und Slawen zu „Unter-Menschen“ degradiert wurden. Gemordet hat nicht ein anonymer Staat. Das waren Menschen. Menschen haben die Verbrechen organisiert und verübt - oder sie nicht verhindert. Täter und Mitläufer. Menschen, die nicht sehen wollten, um nichts zu riskieren. Oder die sogar überzeugt waren, richtig zu handeln.

Für den früheren Pariser Erzbischof Kardinal Jean-Marie Lustiger war der Holocaust deshalb nicht nur ein Verbrechen gegen das Menschengeschlecht, sondern auch ein Verbrechen des Menschengeschlechts.

Alle … mörderischen Anwandlungen oder ideologischen Verblendungen schlummern offenbar in der Natur des Menschen.

So hat es Saul Friedländer formuliert. Ihn eint mit Kardinal Lustiger ein ähnliches Schicksal. Beide überlebten den Holocaust. Lustiger, Sohn nach Frankreich ausgewanderter polnischer Juden, konvertierte aus religiöser Überzeugung zum Katholizismus, hielt aber an seiner jüdischen Identität fest und wurde so zu einem Pionier des christlich-jüdischen Dialogs. Und auch Saul Friedländer überlebte nur dank einer neuen Identität und Konfession in einem katholischen Internat in Frankreich. Erst nach dem Krieg erfuhr er, dass seine Eltern in Auschwitz ermordet wurden.

Kardinal Lustiger und Saul Friedländer waren damals Kinder - so wie jedes vierte Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Säuglinge und Kleinkinder wurden nach der Deportation in der Regel brutal von ihren Eltern getrennt und sofort umgebracht. Wenn sie nicht zunächst für medizinische Experimente missbraucht und gequält wurden. Um die 1,5 Millionen Kinder! Sie hatten die geringsten Chancen zu entkommen.

Es grenzt an ein Wunder, dass die Polin Irena Sendler mit ihren Mitstreitern etwa 2 500 Kindern aus dem Warschauer Ghetto das Leben retten konnte - rausgeschleust durch Kanäle, über Mülltonnen oder in Särgen. Mit neuen Identitäten versorgt.

Der Historiker Arno Lustiger prägte für solche Taten den Begriff „Rettungswiderstand“. Arno Lustiger war ein Cousin des Pariser Kardinals und selbst Überlebender; er hat 2005 vor dem Bundestag gesprochen. Geschätzt 100 000 Menschen waren europaweit am Rettungswiderstand beteiligt, darunter Juden wie Nichtjuden. Für Lustiger sind sie das „kostbarste moralische Kapital“ der europäischen Gesellschaften: weil diese Menschen mit ihrem Mut bewiesen haben, dass es Handlungsspielräume auch in einem Terrorsystem gegeben hat, dass es möglich war, zu helfen.

Irena Sendler riskierte dafür ihr Leben, und sie wird heute in Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Für die Kinder blieb sie vor allem eins: ein Mitmensch.

Die einzige Möglichkeit, der Deportation zu entkommen, war, unterzutauchen, unsichtbar zu werden. Jüdische Kinder haben monate-, manchmal jahrelang in Holzverschlägen ausgeharrt, auf Dachböden, in Wäldern, in Kellern. Oder sie lebten mit fremder Identität in Pflegefamilien und Klöstern. Häufig erlebten sie eine Odyssee mit wechselnden Orten und Menschen, von denen sie gänzlich abhängig waren. In ständiger Angst, verraten zu werden.

Das Leiden dieser Kinder blieb nach dem Krieg lange weiter „versteckt“ in der eigenen Erinnerung. Unbeachtet von der Außenwelt. Meist waren sie Vollwaisen. Sie hatten alles verloren: ihre Eltern, Geschwister, Angehörige. Häufig kannten sie nicht einmal ihren richtigen Namen oder ihr Geburtsdatum. Manche wussten nicht, dass sie aus jüdischen Familien stammen. Wie viele von ihnen bis heute ihre wahre Herkunft nicht kennen? Wir wissen es nicht.

Vor wenigen Wochen zeigte die ARD einen aufrüttelnden Film, eine Dokumentation über Menschen, die sich ihrer Deportation widersetzten, die im Versteck überlebten. „Die Unsichtbaren“ ist der Titel des Films. Er vermittelt auf ergreifende Weise den ungebrochenen Überlebenswillen, die Lebenslust im Angesicht der Lebensgefahr. Nachbarschaft erscheint darin als beides: als letzter Zufluchtsort und als Risiko.

„Some Were Neighbors“ - „Einige waren Nachbarn“: So lautet der Titel einer Ausstellung des Holocaust Memorial Museums, die von heute an im Bundestag präsentiert wird. Sie zeigt, wie das Menschsein unter den Bedingungen der Diktatur auch in der vertrauten Umgebung, unter Nachbarn, auf die Probe gestellt wurde. Allzu oft bedeuteten Nachbarn gerade eine Gefahr. Durch Denunziation. Durch Unbedachtheit.

In Berlin gelang es knapp 1 500 Juden, versteckt zu überleben. Zu ihnen gehörte Eugen Friede. Am Ende des Films „Die Unsichtbaren“ fragt er mit einem Gesichtsausdruck, den man so schnell nicht wieder vergisst: „Kannst du dir vorstellen, dass Deutsche Millionen völlig Unschuldiger einfach umbringen?“, und antwortet sich selbst: „Es ist einfach nicht zu fassen.“

Fassungslosigkeit: Sie, Herr Friedländer, nennen es das Primärgefühl im Angesicht der Shoah. Ein Empfinden, das jeder spürt. Es hat Sie nie verlassen. Und es prägt Ihre Arbeit als Wissenschaftler. Sie haben Maßstäbe in der Erforschung des Holocaust gesetzt, haben ganz bewusst nicht versucht, das „Unglaubliche“ zu „domestizieren“ oder „wegzuerklären“, sondern Sie haben den Holocaust untersucht gerade ohne den Anspruch, das Gefühl der Fassungslosigkeit beseitigen zu wollen oder auch nur einhegen zu können.

Es dauerte Jahrzehnte, bis Sie sich darauf emotional einlassen konnten.

Allmählich, wenn das Wissen kommt, kommt auch die Erinnerung. Wissen und Erinnerung sind dasselbe …

Diesen Satz aus einem Buch über den Golem, die berühmte jüdische Mythengestalt aus Prag, haben Sie Ihren autobiografischen Aufzeichnungen vorangestellt. Der Roman des jüdischen Schriftstellers Gustav Meyrink war eines der wenigen Bücher, die Ihr Vater aus seiner Prager Hausbibliothek mit auf die Flucht genommen hatte. Auch bei Ihnen brachen erst mit dem Erforschen der Quellen lange verdrängte Erinnerungen Bahn.

In Ihrem Hauptwerk „Das Dritte Reich und die Juden“ überwanden Sie die vorherrschende Dichotomie: den Holocaust entweder aus der Perspektive der Täter darzustellen, als Vernichtungsmaschinerie, oder aber die Geschichte aus Sicht der Opfer zu erzählen. Sie brachten beides zusammen. Ihre Darstellung verknüpft Ereignisse, die sich zu gleicher Zeit und in ein und demselben Land abspielten - integrierte Geschichte nennen Sie das. Auf diese Weise schufen Sie ein umfassendes und dabei auch widersprüchliches Gesamtbild der Judenverfolgung. Aus wechselnden Perspektiven, dokumentarisch genau, europaweit.

In Ihren Werken spricht die Zeit ungebrochen zu uns, aus den authentischen Quellen, den Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungsakten genauso wie aus Tagebüchern oder Briefen. Die individuellen jüdischen Stimmen sind für Sie wie „Blitzlichter, die Teile einer Landschaft erhellen“. Sie bestätigten zwar Ahnungen, würden uns aber vor vorschnellen Verallgemeinerungen warnen, mit unvergleichlicher Eindringlichkeit alle glättende wissenschaftliche Distanziertheit brechen. In Ihren Worten:

Die Stimmen der Menschen bewegen uns unabhängig von aller rationalen Argumentation, da sie den Glauben an die Existenz einer menschlichen Solidarität stets von neuem einer Zerreißprobe aussetzen und in Frage stellen.

Saul Friedländers Werk gewinnt seine besondere Kraft aus dieser spannungsvollen Beziehung zwischen der abstrakten statistischen Darstellung der Verwaltungs- und Mordmaßnahmen und den lebendigen Erinnerungen der Zeitzeugen. Zwischen nüchterner Objektivierung, die allenfalls angestrebt werden kann, und Emotionalisierung. Weil es Empathie braucht, um mehr wissen zu wollen, um zu verstehen.

Das zeigt die Wirkung der US-amerikanischen Serie „Holocaust“, die vor genau 40 Jahren auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Darin wird die Geschichte der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung deutscher Juden am Beispiel einer fiktiven Familie erzählt. Umstritten, aber ein emotionales Fernsehereignis, das - wie wir heute wissen - einen Wendepunkt im Umgang mit der NS-Zeit bedeutete. Das Unfassbare wurde in der Geschichte der Familie Weiss zumindest greifbarer.

Die Serie erschütterte die westdeutsche Bevölkerung, und das prägte die Debatten mit, die wenige Monate später über die Aufhebung der Verjährungsfrist für Mord und Völkermord geführt wurden. Damals rückte der Holocaust begrifflich überhaupt erst in das Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit, wurde zum Wort des Jahres 1979 - und bis heute zum Synonym für den Genozid an den europäischen Juden.

Kardinal Lustiger warnte einmal davor, aus dem, was Auschwitz symbolisiert, eine einmalige Ausnahme machen zu wollen. Sonst bliebe diese Verirrung ebenso unvorstellbar und bedeutungslos für die Zukunft der Menschheit, als wenn man versuchte, sie in Abrede zu stellen oder zu leugnen. Und damit lenkt Lustiger den Blick auf das kaum auflösbare Spannungsverhältnis zwischen Auschwitz als singulärem Ort und als Chiffre, die dazu dient, vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu warnen und universale Menschrechte einzufordern - selbst auf die Gefahr der Trivialisierung hin.

Auch der emotionale Zugriff auf den Holocaust braucht Wissen. Saul Friedländer spricht von der „sowohl universelle[n] Bedeutung als auch historische[n] Besonderheit“ des Holocausts. Und gerade für uns Deutsche gilt: Die Geschichte ist nicht loszulösen von ihrem historischen Ort, von den Fakten, von den Opfern, vom Land der Täter, von den Bedingungen, die den Mord an den europäischen Juden ermöglichten - zumal schon heute bei jungen Menschen das Wissen darüber schwindet.

Der Bundestag setzt dagegen ein Zeichen mit der jährlichen Jugendbegegnung. Auch 2019 folgten wieder junge Menschen aus verschiedenen Ländern unserer Einladung: um Fragen zu stellen, um gemeinsam nachzudenken, um für sich Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen. Für die Gegenwart. Und für die Zukunft.

Wortwörtlich: Geschichte vergegenwärtigen - das ist umso mehr unsere Verpflichtung, als wir erkennen müssen, dass es auch in unserer Gesellschaft noch immer gefährliche Stereotype und Vorurteile gibt. Ausgrenzung und Diskriminierung. Einen Antisemitismus in unterschiedlichem Gewand, den alten, auch einen neu zugewanderten. Beides ist inakzeptabel - erst recht in Deutschland.

(Beifall)

Es beschämt uns, dass Juden wieder mit dem Gedanken spielen, auszuwandern. Weil sie sich in unserem Land nicht sicher fühlen. Weil sie Anfeindungen ausgesetzt sind, sogar tätlichen Angriffen. Weil jüdische Kinder in der Schule angepöbelt und gemobbt werden. Aber Scham allein reicht nicht. Es braucht neben der Härte der Gesetze vor allem im Alltag unsere Gegenwehr. Gegen Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung aller Art.

(Beifall)

Nach den Lehren der Geschichte gefragt, haben Sie, verehrter Herr Friedländer, einmal kurz und bündig gesagt:

… Humanität, Toleranz. … Das ist die einzige Lektion: uns menschlich zu verhalten.

Anders ausgedrückt: Mit-Mensch zu bleiben - darauf kommt es auch heute an!

Meine Damen und Herren, diese Gedenkstunde begleiten musikalische Werke von Erwin Schulhoff und Viktor Ullmann, interpretiert vom Prager Bennewitz-Streichquartett, das ich herzlich begrüße. Dieses Streichquartett widmet sich seit seiner Gründung der im Nationalsozialismus verfemten Musik.

(Beifall)

Beide Komponisten waren eng mit Prag verbunden.

Viktor Ullmann komponierte einen beträchtlichen Teil seiner Werke später im Konzentrationslager Theresienstadt - bevor er im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Und Erwin Schulhoff, dessen experimentelle Musik auf dem Index der Nazis stand, starb im Internierungslager Wülzburg in Bayern 1942.

Viktor Ullmann und Erwin Schulhoff: Auch diese Namen wollten die Nationalsozialisten tilgen. Wir können das Unrecht, das ihnen widerfahren ist, nicht ungeschehen machen. Aber wir können dafür sorgen, dass ihr Schicksal in Erinnerung bleibt. Und wir können dafür sorgen, dass ihre Musik weiterklingt.

(Beifall)

Erwin Schulhoff (1894 - 1942)

„Alla Tango milonga“: Andante, Nr. 4,
aus: Fünf Stücke für Streichquartett (1923)

(Beifall)

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