14.06.2024 | Parlament

Grußwort von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas beim fraktionsübergreifenden Empfang zum Veteranentag

[Es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrter Herr Oberstleutnant Bohnert, 
Herr Oberstabsgefreiter Clair,
Frau Staatssekretärin Möller, 
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren, 
vor allem sehr geehrte Veteraninnen 
und Veteranen!

Herzlich willkommen im Deutschen Bundestag! 
Schön, dass Sie alle da sind.

Mir bedeutet es viel, Schirmfrau des Veteranentages zu sein.

Im kommenden Jahr feiern wir den nationalen Veteranentag am 15. Juni mit einer Festveranstaltung in Berlin.

Ich freue mich, dass wir schon heute hier die Veteraninnen und Veteranen würdigen. Und mit unterschiedlichen Perspektiven zu Wort kommen lassen.

Sehr geehrte Veteraninnen, 
sehr geehrte Veteranen,

der Weg zum Veteranentag war lang, die Terminsuche war kontrovers.

Wichtig ist aber jetzt: Wir haben einen Veteranentag!

Und es gibt breite Unterstützung dafür. 
Ihr Engagement trägt Früchte. 
Vielen Dank an alle Beteiligten.

Meine Damen und Herren, 
am 21. Februar habe ich den ersten deutschen Veteranenkongress besucht.

Ich habe von Veteraninnen und Veteranen erfahren, die sich nicht mehr in Menschenmengen wagen.

Die nicht mehr unbeschwert durch Wälder und Wiesen laufen können. 
Weil sie überall Gefahr sehen.

Sie haben Extremes erlebt – häufig bei Einsätzen im Ausland. 
Und in einigen Fällen auch hier in Deutschland.

Sie tragen ihre Erlebnisse weiter mit sich. Körperlich und seelisch.

Soldatin und Soldat zu sein, ist kein gewöhnlicher Beruf.

Sie leisten einen außergewöhnlichen Dienst für unser Land. 
Mit großer Verantwortung. 
Und mit besonderen Belastungen.

Und wir wissen auch: Ihre Familien, Ihre Freundinnen und Freunde tragen die Belastungen mit. Und stärken Ihnen den Rücken.

Daher sage ich heute auch: 
Danke, liebe Angehörige!

Sehr geehrte Damen und Herren, 
Soldatinnen und Soldaten dienen uns allen.

Sie sind eine zentrale Stütze unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Sie sind Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Uniform. 
Sie sind Teil einer Armee, für die die Werte des Grundgesetzes eine Verpflichtung sind: 
Menschenwürde, Rechtsstaat, Freiheit.

Die Idee des „Staatsbürgers in Uniform“ fordert aber auch etwas von der Gesellschaft:

Ein ehrliches Interesse an den Soldatinnen und Soldaten, ein ehrliches Interesse an ihren außergewöhnlichen Belastungen und Leistungen.

Der Veteranentag bietet dafür eine wichtige Chance.

Deutschland ist es den Veteraninnen und Veteranen schuldig, ihre Geschichten zu hören. Und sie so umfassend wie nötig zu unterstützen.  

Sie haben öffentliche Anerkennung verdient. 
Das sage ich ausdrücklich als Parlamentspräsidentin.

Die Bundeswehr ist aus gutem Grund eine Parlamentsarmee. 
Der Deutsche Bundestag entscheidet über die Einsätze im Ausland.

Keine Abgeordnete und kein Abgeordneter macht sich diese Entscheidungen leicht. 
Der Deutsche Bundestag ist sich seiner Verantwortung für die Soldatinnen 
und Soldaten bewusst.

Natürlich auch für die Veteraninnen und Veteranen.

Meine Damen und Herren, 
die Initiative für den Veteranentag kam aus der Mitte des Parlaments.

Er wurde mit breiter Mehrheit beschlossen. 
Über Fraktionsgrenzen hinweg.

Das ist ein starkes Zeichen.

Wir müssen uns gleichzeitig vor Augen führen: In der gesellschaftlichen Wahrnehmung kommen Veteraninnen und Veteranen noch viel zu wenig vor.

Das muss sich ändern.

Mein Eindruck ist: In den Köpfen vieler Menschen vollzieht sich ein Wandel. 
Ich spreche gern von einer „inneren Zeitenwende“.

Der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt.

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sehen immer mehr Menschen:

Unsere Soldatinnen und Soldaten verteidigen unsere Sicherheit, unsere Freiheit und unsere Werte.

Es gibt eine neue Wertschätzung 
für die Streitkräfte.

Das ist gut so.

Und das muss so bleiben.

Aus Umfragen wissen wir: 
Nie haben die Menschen der Bundeswehr mehr vertraut als heute.

Eine deutliche Mehrheit befürwortet auch Unterstützungsleistungen für Veteraninnen und Veteranen.

Es ist ein guter Moment, eine sichtbare Veteranenkultur zu etablieren.

Nun kommt es darauf, den Veteranentag mit Leben zu füllen – bei der nationalen Festveranstaltung hier in Berlin, genauso wie in den Ländern und Kommunen.

Ich freue mich, dass einige Städte und Gemeinden damit schon in diesem Jahr begonnen haben.

Das zeigt: Das Interesse der Zivilgesellschaft an den Veteraninnen und Veteranen ist groß.

Und es lässt erwarten, dass der Veteranentag ein voller Erfolg wird.

Ich danke den Fraktionen für die Initiative zu diesem Empfang und wünsche uns heute eine gelungene Veranstaltung.

Vielen Dank. 

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