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SED-Opferbeauftragte

Artikel

7. März 2022

Abendveranstaltung „Frauen von Hoheneck“, anlässlich des internationalen Frauentages, in Bremen

Das Bild zeigt einen repräsentativen Saal mit einem sitzenden Publikum. Am Ende des Salles ist ein Podium mit vier Frauen, die sich unterhalten.

Abendveranstaltung „Frauen von Hoheneck“ der Konrad-Adenauer-Stiftung, anlässlich des internationalen Frauentages, in Bremen.

© DBT / Korge

Am 7. März 2022 war die SED-Opferbeauftragte auf der Abendveranstaltung „Frauen von Hoheneck“, anlässlich des internationalen Frauentages, der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Bremen zu Gast.

In ihrem Impuls nahm Zupke Bezug auf den aktuellen Krieg in der Ukraine und wie wichtig die Hilfe für die tausenden Geflüchteten ist, die in diesen Tagen ihre Heimat verlassen müssen. Denn gerade die ehemaligen politischen Häftlinge des DDR-Frauengefängnisses Hoheneck – die an diesem Abend im Fokus der Veranstaltung standen – können aus eigener Erfahrung davon berichten, was es heißt, aus einem Land zu flüchten und mit nichts in der Hand neu beginnen zu müssen.

Zupke blickte zurück auf die Feierlichkeiten zum Frauentag in der DDR. Sie erinnerte an die staatlich verordneten öffentlichen Huldigungen von Frauen, die ihr persönliches Leben für den Sieg des Sozialismus zurückstellen mussten. Gleichzeitig erlebe sie, wie immer wieder auf die DDR als Vorbild für die Gleichberechtigung der Geschlechter verwiesen wird.

Viele Frauen in der DDR haben keine Gleichberechtigung erlebt, sondern Zwang. Individualität war nicht erwünscht, sondern Konformität und zwingende Bereitschaft sich dem Kollektiv unterzuordnen. Ich wünsche mir einen Frauentag ohne Verklärung des Lebens in der SED-Diktatur, so Zupke.

In einem Gespräch mit den Zeitzeuginnen Manuela Morgenstern und Elke Schlegel, berichteten beide über ihr Schicksal und ihre Erlebnisse im Frauengefängnis Hoheneck. Über die grausamen und menschenverachtenden Bedingungen im Gefängnis und die Folgen der Inhaftierung, die bis heute ihr Leben und das ihrer Familien prägen. Manuela Morgenstern wurde nach einem gescheiterten Fluchtversuch als Jugendliche im Gefängnis Hoheneck eingesperrt. Elke Schlegel demonstrierte regelmäßig für die Genehmigung ihres Ausreiseantrages und wurde als „Staatsfeindin“ inhaftiert.

Die SED-Opferbeauftragte machte darauf aufmerksam, dass bis heute viele Opfer der SED-Diktatur unter den gesundheitlichen und psychischen Folgen des erlebten Unrechts leiden. Besonders aufmerksam machte sie auf all die politisch Verfolgten, die von Zwangsarbeit in den DDR-Gefängnissen betroffen waren. „Auch wenn für die Opfer der SED-Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in der SBZ in den zurückliegenden Jahren viel erreicht wurde, bestehen weiterhin dringende Handlungsbedarfe“, so Zupke. Diese hatte sie bereits in ihrem ersten Bericht (20/10) an den Bundestag deutlich gemacht.

Am darauffolgenden Tag besuchte die SED-Opferbeauftragte für eine Ausstellungseröffnung mit anschließendem Zeitzeugengespräch zum Thema „DDR-Mythos und Wirklichkeit“, die Oberschule in Lesum. Gemeinsam mit der Zeitzeugin Elke Schlegel berichtete Zupke den Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klasse von ihren Erfahrungen in der SED-Diktatur. Zahlreiche Nachfragen der Schülerinnen und Schüler zeigten das Interesse an dem Leben in der Diktatur sowie den Anknüpfungen zu heute aktuellen Ereignissen.

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