08.11.2023 | Parlament

Arbeitstreffen „Doping im DDR-Sport“

Das Bild zeigt einen großen Raum mit Tischen und Stühlen, und 20 Personen.

Die SED-Opferbeauftragte sowie Expertinnen und Experten beim Arbeitstreffen zum Thema „Doping im DDR-Sport“ im Deutschen Bundestag. (Team Zupke)

Am 8. November 2023 hat die SED-Opferbeauftragte zu einem Arbeitstreffen zum Thema „Doping im DDR-Sport“ in den Deutschen Bundestag eingeladen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten, die sich in den vergangenen Jahren ausführlich mit den Zusammenhängen des DDR-Staatsdopings auseinandergesetzt haben, hat sich die Opferbeauftragte darüber ausgetauscht, wie sich die Situation der vom Zwangsdoping Betroffenen verbessern lässt. 

Zahlreiche Dopingopfer scheitern aktuell bei ihrem Versuch der verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung. So kommt es immer wieder vor, dass die zuständigen Rehabilitierungsbehörden das Zwangsdoping nicht als einen rechtsstaatlichen Willkürakt im Sinne des Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes (VwRehaG) ansehen. Eine Anerkennung des erlittenen Unrechts bleibt den Betroffenen damit verwehrt.

Hinzu kommt, dass die Verabreichung von Dopingpräparaten oftmals langfristige und gravierende Gesundheitsschäden für die Betroffenen zur Folge hatte. Viele der Opfer leiden heute unter physischen und psychischen Erkrankungen. Aufgrund der aktuell geltenden tatsächlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen gelingt es einem Großteil der Betroffenen jedoch nicht, ihre erlittenen Gesundheitsschäden von den Versorgungsämtern anerkennen zu lassen. Insbesondere der Nachweis der Kausalität zwischen der Verabreichung von Dopingmitteln und des erlittenen Gesundheitsschadens stellt für viele Betroffene eine hohe, oft nicht zu überwindende, Hürde dar.

Neben möglichen Veränderungen im gesetzlichen Rahmen, diskutierte die Runde insbesondere, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den Behörden über die Anträge von Doping-Opfern bearbeiten, in ihrer Entscheidungsfindung durch komprimierte Informationen zu den Hintergründen des DDR-Dopingsystems und den Forschungsstand zu den Auswirkungen der Dopingmittel unterstützt werden könnten. 

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