11.10.2023 | Parlament

Die SED-Opferbeauftragte beim 2. Bundesfrauenkongress politisch verfolgter Frauen in der SBZ und der DDR

Das Bild zeigt einen großen repräsentativen Saal mit vielen Menschen die auf Stühlen sitzen. Vorne sitzen fünf Frauen auf einem Podium, dem Publikum zugewandt. Hinter ihnen ist ein großer hell erleuchteter Monitor mit den Namen der Personen zu sehen.
Das Bild zeigt zwei Frauen und einen Mann. Alle drei stehen hinter einer Gedenktafel, davor drei Blumenkränze.
Das Bild zeigt zwei Frauen die nebeneinander stehen. Eine Frau hält ein bedrucktes Papier in der Hand.

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Moderiert von der Landesbeauftragten von Sachsen-Anhalt Birgit Neumann-Becker diskutiert die SED-Opferbeauftragte gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Heike Brehmer (CDU) und Linda Teuteberg (FDP) sowie der Vorsitzenden des Forums für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen Konstanze Helber beim 2. Frauenkongress in Halle. (Team Zupke)

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Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke gedenkt gemeinsam mit Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der UOKG und Constanze Helber, Vorsitzenden des Forums für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen, an die unschuldigen Opfer der politischen Verfolgung während der sowjetischen Besatzungszeit und in der DDR, Gedenkstätte Roter Ochse.Dieter DombrowskiBundesvorsitzender der UOKG (Team Zupke)

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Konstanze Helber, Vorsitzenden des Forums für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen, überreicht der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke die Resolution - „Verronnene Zeit - Aufklärung, Aufarbeitung, Netzwerke“. (Team Zupke)

Vom 6. bis 8. Oktober 2023 fand in Halle der 2. UOKG-Frauenkongress „Verronnene Zeit – Aufklärung, Aufarbeitung, Netzwerke“ statt. Der Kongress wurde in Kooperation mit dem Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen der SBZ/SED-Diktatur veranstaltet. Neben informativen Vorträgen und Podiumsdiskussionen stand insbesondere die Vernetzung unter den Betroffenen im Vordergrund.

In ihrer Rede zum Auftakt der Veranstaltung hob die SED-Opferbeauftragte die besondere Bedeutung des Kongresses hervor. „Dass die Frauen, die in der Diktatur gelitten haben, sich vernetzen. Dass die Frauen aufstehen und deutlich auf ihre Situation hinweisen. Selbstverständlich ist all dies nicht. Es erfordert Mut. Und es erfordert Entschlossenheit“, so Evelyn Zupke.

Moderiert von der Landesbeauftragten von Sachsen-Anhalt Birgit Neumann-Becker diskutierte die Opferbeauftragte anschließend gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Heike Brehmer (CDU) und Linda Teuteberg (FDP) sowie der Vorsitzenden des Forums für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen Konstanze Helber darüber, wie die Unterstützung der Opfer weiter verbessert und die Auseinandersetzung mit dem Thema SED-Unrecht sowohl in der Bildung als auch in der Aus- und Weiterbildung für unterschiedliche Berufsgruppen gestärkt werden kann.

Am zweiten Tag des UOKG Frauenkongresses lag der Fokus u. a. auf der gesundheitlichen Situation der Betroffenen. So wurden die körperlichen und psychischen Folgen von politischer Haft und Zersetzungsmaßnahmen dargestellt. Zudem wurden die prekären Verhältnisse in den ehemaligen Frauen-Haftstätten Roter Ochse und Hohenleuben betrachtet. Darüber hinaus berichteten einzelne Betroffene bei einem Zeitzeuginnen-Podium eindrücklich von ihren persönlichen Schicksalen.

Zum Abschluss des dreitägigen Kongresses wurde bei der Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Roter Ochse den politisch verfolgten Frauen der SBZ/DDR-Diktatur gedacht.

Der Kongress hat abermals gezeigt, dass es sich bei dem Unrecht in der DDR nicht um etwas handelt, das lange vergangen ist. Vielmehr geht es um Menschen. Menschen, die bis heute unter dem Erlebten leiden und dahingehend unterstützt werden müssen, dass sie in unserer heutigen Demokratie ein selbstbestimmtes Leben führen können. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig für die Betroffenen ein würdiges Gedenken und die öffentliche Anerkennung des erlittenen Unrechts ist. Dem gerecht zu werden stellt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar.

Der nächste Bundesfrauenkongress findet voraussichtlich in zwei Jahren statt.

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