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Wehrbeauftragter

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„Sahel-Region wichtig für Deutschland“ – Interview, 03.05.2019

Tageszeitungen

© Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Interview mit dem Wehrbeauftragten auf „NWZ-online“ vom 3. Mai 2019

„Sahel-Region wichtig für Deutschland“

Frage: Herr Bartels, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf ihrer Afrika-Reise auch die Bundeswehrsoldaten bei ihrem Einsatz im westafrikanischen Mali besucht. Wie gefährlich ist die Mission Ihrer Einschätzung nach in Afrika?

Bartels: Angela Merkel besucht die Sahel-Region nicht zum ersten Mal. Das zeigt, wie wichtig diese Länder für Deutschland und Europa sind. Es handelt sich um potenziell instabile Staaten, in denen die Terrorgefahr hoch ist. Die UN-Mission im Norden Malis gilt derzeit als die weltweit gefährlichste. Dort gibt es die meisten Anschläge und Anschlagsopfer, Überfälle auf Camps und Patrouillen. Die terroristische Bedrohung im Norden und in der Mitte Malis scheint tatsächlich eher zu wachsen als abzunehmen.

Frage: Zuletzt gab es immer wieder Meldungen und Kritik, dass die Ausrüstung für den Einsatz in der Region nicht optimal sei …

Bartels: Die Bundeswehr hat generell mit allem, was fliegt, ein Problem. Alte Flugzeuge sind anfällig, Ersatzteile fehlen. Neue Waffensysteme wie der Transporthubschrauber NH90 sind noch nicht voll einsatzbereit. Die eigene Fähigkeit zum Lufttransport ist beschränkt. Deshalb muss auf Hilfe der UN-Partner zurückgegriffen und privater Transport angemietet werden. Gerade in einem solchen Einsatz in so einer Region wäre es besser, bundeswehr-eigene Mittel für die Luftbeweglichkeit zur Verfügung zu haben. Ideal wäre, man könnte Lufttransport und Evakuierung unter allen Umständen selbst leisten.

Frage: Wird dies ein Einsatz auf Dauer, ähnlich wie der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan?

Bartels: Unsere Mission wird nicht in ein, zwei Jahren erledigt sein. Die Verantwortung, die wir hier mit Frankreich und anderen übernommen haben, bleibt auf längere Sicht. Deutschland und Europa haben ein eigenes Interesse an Stabilität in der Region. Was immer jetzt aber an zusätzlichen militärischen Aktivitäten in der Region vereinbart wird – die Regierung darf nicht vergessen, dass es für alle diese Einsätze ein Mandat des Deutschen Bundestages braucht.

Interview: Andreas Herholz

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