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Presse

Rückfall beim Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/Antwort - 09.07.2021 (hib 883/2021)

Berlin: (hib/CHE) Die Covid-19-Pandemie hat drastische Auswirkungen auf die globale Bekämpfung anderer Infektionskrankheiten. So zeige ein 2021 veröffentlichter Bericht des GFATM (Globaler Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria), welche verheerenden Auswirkungen die Pandemie auf Gesundheitsdienstleistungen im HIV/AIDS-, Tuberkulose- und Malaria- Kontext habe und wie die Ausrottung dieser Epidemien um Jahrzehnte zurückgeworfen werde. Das betont die Bundesregierung in einer Antwort (19/31330) auf eine Kleine Anfrage (19/30251) der FDP-Fraktion.

Die Zahl der HIV-Überweisungen und durchgeführten HIV-Tests fiel laut GFATM-Bericht drastisch. Demnach mussten zusätzlich Maßnahmen zur Prävention von Übertragung von HIV von der Mutter auf das Kind drastisch reduziert werden. Tuberkulose-Überweisungen, -Behandlungen und -Tests fielen 2020 im Vergleich zu 2019 ebenso drastisch. In den befragten Einrichtungen in Asien wurden 56 Prozent weniger Malaria-Diagnosen und 59 Prozent weniger Malaria-Behandlungen verzeichnet. In Afrika gingen Malaria-Diagnosen um 17 Prozent und Malaria-Behandlungen um 15 Prozent zurück. Prognosen von UNAIDS zufolge könnte es aufgrund der Störungen in der Gesundheitsversorgung in den nächsten fünf Jahren weltweit zu 123.000 bis 293.000 zusätzlichen HIV-Neuinfektionen und 69.000 bis 148.000 zusätzlichen AIDS-Todesfällen kommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechne außerdem damit, dass die auf Covid-19 zurückzuführenden Unterbrechungen in der Versorgung von Tuberkulosepatientinnen und -patienten circa eine halbe Million zusätzliche Tuberkulose-Todesfälle verursachen werden.