Parlament

Bundestagspräsidentin gedenkt der Opfer der Berliner Märzrevolution

Bärbel Bas steht vor einem Meer aus bunten Blumen. Ihr Bick ist gesenkt. Hinter ihr stehen mehrere Leute unter anderem auch die Regierende Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey. Sie befinden sich draußen unter freiem Himmel.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas auf dem Friedhof der Märzgefallenen (© Paul Singer Verein / Munir Werner / VISIONARY Berlin)

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat eine Rede am 175. Jahrestag der Märzrevolution am 18. März 2023 auf dem Friedhof der Märzgefallenen gehalten.

Dazu schreibt sie auf ihrem offiziellen Instagram-Account @bundestagspraesidentin Folgendes:

Die Idee von Freiheit und Demokratie lässt sich selbst an den vermeintlich hoffnungslosesten Orten nicht unterdrücken – weder mit Propaganda, noch mit Repressionen. Das habe ich heute bei meiner Rede zum 175. Jahrestag der Märzrevolution auf dem Friedhof der Märzgefallenen in Berlin betont. Die Berliner Bevölkerung hat ihn vor 175 Jahren selbst geschaffen: als letzte Ruhestätte der Opfer der Märzrevolution und als Symbol für den Aufbruch in die Freiheit.

Die Berliner Märzrevolution forderte fast 300 Tote. Meist fielen junge Frauen und Männer dem brutalen Vorgehen des Militärs zum Opfer. Viele stammten aus unteren sozialen Schichten. Sie wollten ein besseres Leben für sich und ihre Familien. Sie wollten über ihre Zukunft mitbestimmen.

Das Parlament in der Paulskirche und der Barrikadenkampf in Berlin sind zwei Seiten derselben Medaille: Ohne die Revolution auf der Straße hätte es Parlamente und Verfassungen nicht gegeben. Und ohne die Parlamente wären die Forderungen der Revolutionäre nicht in einen demokratischen Prozess überführt worden.

Auch wenn die Paulskirchenverfassung nie in Kraft getreten ist, gab es nach 1848 kein Zurück mehr: ohne Wahlen und Parlamente kamen auch Monarchien nicht mehr aus. Die Revolution von 1848/49 steht für den demokratischen Aufbruch in die Moderne und für die Selbstermächtigung des Volkes.

Freiheit und Demokratie sind auch 175 Jahre später mächtige Ideen. Dies beweisen nicht zuletzt alle Menschen, die diktatorischen Regimen mutig die Stirn bieten. Wie die vielen Frauen und Männer, die im Iran oder in der Ukraine für ihre Freiheit kämpfen.

Unsere freiheitliche Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie braucht das Engagement von Demokratinnen und Demokraten für ein Gemeinwesen, in dem es sich zu leben lohnt. Es erfordert heute bei uns keinen blutigen Kampf mehr gegen übermächtige Obrigkeiten. Aber es kostet etwas: Beharrlichkeit, Kraft und manchmal Nerven.

Ich möchte mich herzlich beim Paul Singer Verein bedanken, der ermöglicht hat, dass dieser Friedhof heute ein Ort des würdigen Gedenkens ist.


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