Parlament

In Gedenken an Margot Friedländer

Das Bild zeigt zwei Frauen mit schulterlangen Haaren, die in die Kamera lächeln. Das Bild ist in schwarz-weiß Tönen gehalten.

Margot Friedländer mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. (© Deutscher Bundestag)

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner schreibt auf ihrem offiziellen Instagram-Account @bundestagspraesidentin Folgendes:

In stillem Gedenken.

Als Kind erlebte Margot Friedländer die nationalsozialistische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung am eigenen Leib. Sie überlebte das Konzentrationslager Theresienstadt, wurde erst am letzten Kriegstag, dem 8. Mai 1945 befreit. Ihr Bruder und ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet. Die letzten Worte ihrer Mutter – ‚Versuche, dein Leben zu machen‘ – verwandelte Margot Friedländer in ein Vermächtnis, das ihr Kraft gab.

Nach Jahrzehnten im amerikanischen Exil entschied sie 2010 im Alter von 88 Jahren, an ihren Geburtstort Berlin zurückzukehren und sich ihre Heimat ‚zurückzuholen‘. Ein Zeichen menschlicher Größe. Und ein großes Geschenk für Deutschland.

Margot Friedländer machte es sich zur Aufgabe, für jene zu sprechen, die nicht mehr sprechen können. Unermüdlich und stets hellwach gab sie ihre Erinnerungen weiter – an Schulen, in Universitäten und auf öffentliche Veranstaltungen. Indem sie insbesondere junge Menschen zu Zeitzeugen machte, schuf sie ein Netzwerk der Erinnerung, das lebendig bleibt – auch wenn die Stimme der Überlebenden verstummt.

Zeitzeugenschaft war für sie eine Mission. ‚Solange ich atmen kann, werde ich weitermachen,‘ sagte sie einmal. Sie hielt ihr Versprechen. Bis zum letzten Atemzug.

Der Deutsche Bundestag wird ihr Andenken in Ehren halten.

Den Post finden Sie unter: https://www.instagram.com/p/DJcTjcmtk1T/?img_index=4

(veröffentlicht am 09.05.2025)